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Raumtransformationen

 

 

In pandemischen Zeiten ist unser Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit massiven Veränderungen unterworfen.
Die Nutzung der öffentlichen Räume muss neu verhandelt werden. Einerseits wird Öffentlichkeit ins Private gebracht durch Homeoffices, geändertes Medieninteresse, Social Media. Andererseits werden öffentliche Räume in Städten zunehmend privatisiert durch privatwirtschaftliche Unternehmen, denen häufig Rechte eingeräumt werden, die die öffentliche Nutzung des Stadtraums einschränken. Ladenlokale werden privat genutzt, der Handel ist auf Handelsplattformen mit Lieferdienst verlagert. Privates wird kommerzialisiert, etwa indem die Deutsche Wohnen an die Börse geht.
Was soll in unseren Städten zukünftig passieren? Wo halten wir uns auf, wo findet in Zukunft Kultur statt? Und wo konstituiert sich Öffentlichkeit?
Im Projekt „Raumtransformation“ möchten wir das Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit mit künstlerischen Mitteln ausloten, Veränderungen aufzeigen, neuen Beziehungen Raum geben, Ungewohntes zusammenbringen. Das Erzeugen von paradoxen Situationen lässt Neues aufscheinen.
Raumbildende Elemente von Installationen, die bisher nur für öffentliche Räume geeignet schienen, werden wir an dafür ungewohnten Orten installieren. Zum einen möchten wir in nicht-urbanen Vorstadtsiedlungen in drei Teilprojekten Öffentlichkeiten inszenieren. Zum anderen sollen zwei weitere Inszenierungen zu Öffentlichkeit und Privatheit im städtischen Raum stattfinden. So soll die kulturelle Nutzung städtischer Räume weitergedacht und mit paradoxen Interventionen vorangebracht werden.


Die drei Interventionen im Sub-Urbanen Raum:

1. Intervention
In der ersten Inszenierung werden raumbildende Elemente für einen Museumsraum inklusive der auszustellenden Objekte in einem Reihenhaus installiert, über die bestehende Möblierung hinweg. In Performances von Bewegung von Menschen im Raum, Sprechvorträgen, Musik werden diese Installationen bespielt. Diese werden gefilmt und in Form von Videoclips als digitale Mini-Opern ins Netz gestellt.

2. Intervention
Im öffentlichen Außenraum des bescheidenen Reihenhauses wird ein Zuschauerraum installiert, dessen Bühne die Treppe des kleinen Hauses ist, mit Möblierung und Personal, so dass die einfache Vortreppe der Haustür eine Bühne ergibt, in der Performance wird dann das Haus zum absurden Player und ebenfalls gefilmt und zu verschiedenen Aspekten als Mini-Opern ins Netz gestellt.

3. Intervention
Eine innerstädtische Bushaltestelle wird wohnlich eingerichtet und wirklich bewohnt als Verweis auf Wohnungsnot und hippe Tiny-Houses mit mangelhafter Infrastruktur. 

 

Die zwei Interventionen im urbanen Kontext:

4. Intervention
Eine mobile Skulptur wird im öffentlichen Raum und im gläsernen Aufzug einer U-Bahnstation präsentiert. Die Performance findet in direkter Interaktion mit Passanten statt und wird von kunstvermittelnden und kunsttheoretischen Vortrags-Versatzstücken begleitet.

5. Intervention
In einem öffentlichen Raum wird mit raumbildenden Elementen ein nicht der Nutzung entsprechender Raum installiert und performativ bespielt.

 

Alle Interventionen bestehen aus räumlichen, begehbaren Installationen, die von bis zu vier Performance-Akteuren bespielt werden mit Bewegung im Raum, Ton, Sprache. Dies wird gefilmt und aus dem Material entsteht ein weiteres Produkt, der Videoclip. 

Diese paradoxen künstlerischen Interventionen und ihre Präsentation im Internet zeigen Bestehendes und unser Verhältnis dazu auf und bilden auch Räume für den Vorschein des Noch-Nicht.